Warum Knochenleim?

Ich verwende fast ausschließlich Glutinleime, d.h. Knochenleim, Hautleim, Fischleim.

Warum? Weil dieser Leim früher verwendet wurde und aus restauratorischer Sicht gesehen das Mittel der Wahl ist und weil Glutinleim gegenüber synthetischem Weißleim viele Vorteile hat. Er ist elastischer und füllt auch kleine Fugen. Der größte Vorteil liegt darin, dass er reversibel ist. Man kann z.B. fehlerhaft ausgeführte oder alte Leimverbindungen durch Erhitzen lösen und erneuern. Auch verbinden sich evtl. noch vorhandene alte Leimreste mit neuem Leim und man muss bei einer Neuverleimung den alten Leim nicht komplett entfernen, so wie es bei Weißleim der Fall ist. Weißleim, der ja nichts anderes ist, als thermoplastischer Kunststoff, hat meiner Meinung nach auf alten Möbeln nichts zu suchen.

Knochenleim wird aus den Knochen der unterschiedlichsten Tiere gewonnen. Dabei überwiegen die Knochen von Nutztieren, wie z. B. Schweinen, Rindern, Schafen und Pferden. Für Hautleim werden Häute unterschiedlicher Tiere, für Hasenleim vorrangig Häute von Hasen, Kaninchen und verwandten Kleintieren verwendet. Fischleim wird aus Fischabfällen hergestellt, Hausenblasenleim aus den Schwimmblasen von Hausen.